Volksbank Butzbach präsentiert Bilanz 2020

Vorstand mit Entwicklung zufrieden

BUTZBACH (PA). Im von der historischen Herausforderung der Corona-Pandemie geprägten Geschäftsjahr 2020 hat die Volksbank Butzbach einen entscheidenden Beitrag für eine funktionsfähige Wirtschaft in der Region geleistet. „Wir sind auch in schwierigen Zeiten zuverlässige Partner in Sachen Finanzen. Regional verankerte Institute sind für eine schnelle und reibungslose Kreditversorgung, besonders für den Mittelstand, unverzichtbar“, betonten die beiden Vorstandsmitglieder Thomas Köhler und Ralf Krause.

"Vor diesem Hintergrund können wir uns über ein gutes Ergebnis und eine ordentliche Neugeschäftsentwicklung freuen. Für unsere Mitglieder und Kunden haben wir uns als verlässlicher Partner erwiesen und unsere gute Positionierung im Regionalmarkt bestätigt", so Köhler.

Die Auswirkung der Corona-Krise auf die Wirtschaft und die Banken könne noch nicht abschließend eingeschätzt werden. Auch die zunehmende Regulatorik mit steigenden Eigenkapitalanforderungen, die anhaltenden Niedrigzinsen und die zunehmende Digitalisierung mit einem erhöhten Bedarf an Investitionen seien Herausforderungen für die Zukunft, erläuterte Krause.

Die Bilanzsumme stieg um 10,7 % auf 487 Mio. Euro, das Kundenkreditvolumen um 4,2 % auf 236 Mio. Euro und die Kundeneinlagen um 9 % auf 367 Mio. Euro. Das gesamte betreute Kundenvolumen, also inklusive Einlagen und Krediten bei Verbundunternehmen, wie u.a. die Bausparkasse Schwäbisch Hall, die R+V Versicherung und die Union-Investment, beläuft sich auf knapp 800 Mio. Euro. Vor allem das Immobilienfinanzierungsgeschäft sowie gewerbliche Finanzierungen belebten das Kreditgeschäft. Insgesamt wurden über 1.000 Kredite mit einem Gesamtvolumen von 55 Mio. Euro neu vergeben, so Köhler.

Deutliche Spuren hinterlässt die Corona-Pandemie im Sparverhalten der Deutschen, denn in stürmischen Zeiten gingen die Kunden mit Ihrem Geldvermögen zuerst einmal auf „Nummer sicher“. Dies erweise sich jedoch mit Blick auf einen effizienten Vermögensaufbau als Problem: denn das Geld landet unverzinslich auf Giro- oder Tagesgeldkonten. Dies sei keine Strategie für eine lukrative Geldanlage und schon gar nicht für den effiziente Aufbau einer Altersvorsorge, meinte Köhler.

Erste Anzeichen eines Umdenkens zeichnen sich ab. Hier hilft auch die genossenschaftliche Beratung als qualifiziertes Instrument, den Kunden Alternativen aufzuzeigen. Der Anteil des Wertpapiersparens, wozu neben Investmentfonds und Aktien auch andere Anlagen wie Schuldverschreibungen zählen, hat erfreulicherweise als alternative Geldanlage zugenommen. Im internationalen Vergleich ist ihr Anteil aber noch ausbaufähig.

Da nicht alle zugeflossenen Einlagen als Kredite ausgeliehen werden konnten, erhöhte sich der Wertpapierbestand um 18 Mio. Euro (+ 11 %). Die Sachanlagen betragen 17,6 Mio. Euro, darin ist als wesentlicher Teil der Neubau auf dem alten Postgelände enthalten, welcher zwischenzeitlich voll vermietet ist.

Obwohl der ausgewiesene Jahresgewinn mit 758 Tsd. Euro rund 29 Tsd. Euro unter dem des Vorjahres liegt, ist es ein akzeptables Ergebnis in einem „Ausnahmejahr“, stellte Krause fest. Dieses Ergebnis lässt weiterhin eine Stärkung des Eigenkapitals durch Bildung von Rücklagen zu. Das Eigenkapital inkl. des Fonds für allgemeine Bankrisiken konnte um 4 Mio. Euro auf 55 Mio. Euro gesteigert werden.

Bei den Mitgliedern nachgefragt waren die attraktiven Geschäftsguthaben. Hier können Mitglieder mit der Dividende und dem zusätzlichen Mitgliederbonus sogar Renditen von über 6 % erzielen. Zum 31.12.2020 gehörten der Bank 8.148 Mitglieder an. Die Geschäftsguthaben stiegen um 5,6 % auf 6 Mio. Euro.

Die durch die massiven Einlagenzuwächse entstandene Überschussliquidität stellt eine große betriebswirtschaftliche Herausforderung dar. Sie bei der Notenbank anzulegen, kostet Strafzinsen. Sie anderweitig, rentierlich und sicher, anzulegen, wird immer schwieriger. Deshalb sah sich auch die Volksbank gezwungen, im vergangenen Jahr Negativzinsen bei Kundeneinlagen einzuführen. Aktuell ab einem Geldvermögen von 250 Tsd. Euro mit 0,5 %, erläuterte Köhler.

Die Digitalisierung verändert das Kundenverhalten, dies gilt besonders für Online-Bezahlmethoden und -verfahren. Sie wurden durch die Corona-Pandemie weiter vorangetrieben. Ebenso hat die Zahl der Kundenbesuche in den Bankstellen für klassische Services, wie beispielsweise Bargeld, Überweisungen etc. deutlich abgenommen. Parallel dazu bleibt jedoch die persönliche Beratung, ob direkt in der Bank oder über elektronische Medien, für die Kunden wichtig und wird auch weiterhin stark genutzt.

Aufgrund der geringeren Frequenz für allgemeine Bankdienstleistungen werden die Zweigstellen seit Anfang Mai mittwochs nachmittags geschlossen. Beratungstermine können aber weiterhin wahrgenommen werden, betonte Krause.

Nachhaltigkeit ist ein relevantes Thema für die Finanzbranche. Dies wird auch zukünftig durch die Aufsichtsbehörden vorangetrieben werden. Wobei, ebenso wie vor einigen Jahren beim Thema Digitalisierung, die Bandbreite für Nachhaltigkeit sehr weit ist und noch klarer Definition bedarf, so Köhler.

Pandemiebedingt wurden auch in diesem Jahr keine Mitgliederversammlungen durchgeführt. Für die Vertreterversammlung bereitet sich die Bank, wie im vergangenen Jahr, auf eine digitale Versammlung vor. Man rechne nicht damit, dass es Mitte des Jahres bereits möglich sein werde, eine Veranstaltung mit über 100 Personen als Präsenzveranstaltung durchzuführen, betonte Köhler.

Beim sozialen und gesellschaftlichen Engagement ziehe man erneut eine erfreuliche Bilanz. Auch im abgelaufenen Jahr war die Volksbank wieder in der Lage, 47 Tsd. Euro an soziale, kulturelle und gemeinnützige Vereine und Institutionen spenden zu können, sagte Krause.

Mit 84 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern blicke die Volksbank erneut vorsichtig optimistisch in die Zukunft, auch wenn die Corona-Pandemie das Geschehen noch einige Zeit beherrschen wird.

Das Zinsumfeld werde sich auf absehbare Zeit nicht ändern, es gäbe bereits jetzt eine Generation Kunden, die höhere Zinsen überhaupt nicht kennen. Vorrangig bleibe es für die Bank weiterhin, Kostendisziplin zu bewahren und durch eine umfassende Beratung auch das zinsunabhängige Geschäft auszubauen, erläuterte Krause.

„Wir sind dennoch gut für die Zukunft gerüstet und haben nach wie vor einen klaren Blick nach vorne sowie ein tragfähiges Geschäftsmodell“, betonte der Vorstand abschließend. Für die Anforderungen des Gesetzgebers und die genannten Herausforderungen des Marktes im Zeitalter der Digitalisierung sei man gewappnet.

Den Geschäftserfolg der Volksbank fasst Köhler kurz und bündig zusammen: „Finanziert wird, was man versteht, beraten wird, was die Kunden wollen und brauchen. Langfristig, regional und solide.“

Das Bild zeigt die beiden Vorstandsmitglieder der Volksbank Butzbach eG, Thomas Köhler (rechts) und Ralf Krause (links), die kürzlich die Zahlen der Bilanz 2020 vorstellten. (Archivbild - Aufnahme vor Corona).