Volksbank Butzbach stellt Bilanz 2019 vor

Vorstand mit dem Geschäftsverlauf zufrieden

BUTZBACH (PA). Vor dem Hintergrund des aktuellen Marktumfeldes zeigte sich der Vorstand der Volksbank Butzbach bei der Präsentation der Bilanz des Jahres 2019 zufrieden. Die Volksbank habe im vergangenen Jahr erneut ihren Wachstumskurs weiter fortgesetzt und ihre Kredite an Unternehmen und Privatpersonen in der Region gesteigert. Die Volksbank Butzbach sehe sich auch bei anhaltenden niedrigen und negativen Zinsen mittelfristig für die Zukunft gerüstet.
In Zeiten von Niedrigzinsen, Regulatorik und politischen Unsicherheiten profitabel zu wirtschaften sei nicht einfach, betonten die Vorstandsmitglieder Köhler und Krause weiter. Die Negativzinspolitik der Europäischen Zentralbank stelle eine steigende Herausforderung dar. „Sie belastet die Sparerinnen und Sparer, erhöht die Gefahr von Spekulationsblasen am Finanzmarkt und wirkt sich langfristig negativ auf die gesamte Volkswirtschaft aus“, so Köhler. „Die neue EZB-Chefin Christine Lagarde sollte die Zeichen der Zeit erkennen und eine Rückkehr zu marktgerechten Zinsen einläuten“, ergänzte Krause.
Die Bankenbranche stecke mehrfach im Umbruch. Da sei zum einen die Digitalisierung: Immer mehr Menschen erledigten ihre Bankgeschäfte auch über das Internet. Bei der Volksbank Butzbach sei das ca. die Hälfte, jeder zehnte nutze überhaupt keine Filiale mehr. Zum Beispiel könne man Überweisungsdaten direkt mit dem Handy einscannen und sich am Rechner bei Anlageinvestments beraten lassen. Zugleich gebe es die andere Hälfte der Kunden, die nur an den Bankschalter kämen und weder Smartphone noch Rechner nutzten, so Köhler.
Die Bilanzsumme stieg um 31 Mio. Euro (7,6 %) auf 440 Mio. Euro. Die Kundenkredite konnten um 7 Mio. Euro (3,1 %) auf 227 Mio. Euro gesteigert werden. Insgesamt wurden 52 Mio. Euro neue Kredite an Privat- und Firmenkunden vergeben werden. Die Kreditneuvergabe sei nach wie vor auf die lebhafte Investitionstätigkeit der heimischen Wirtschaft und den anhaltenden Boom bei Finanzierungen von Wohnimmobilien zurückzuführen. Sie konnte man bei den Finanzierungen auch durch die Vermittlung zinsgünstiger öffentlicher Fördermittel die Kompetenz bei der Beratung auch komplexer Finanzierungsformen unter Beweis stellen.
Trotz der schwierigen Zinssituation flossen der Volksbank 2019 weitere Kundeneinlagen zu. Die Kundeneinlagen stiegen um 26 Mio. Euro (8,4 %) auf 337 Mio. Euro. Der starke Zuwachs an Einlagen sei zwar ein starker Vertrauensbeweis, jedoch bestätigten Ökonomen immer wieder, dass auf lange Sicht alternative Anlagemöglichkeiten bessere Renditen als Bankeinlagen erreichen würden.
Die Diskussion über die Einführung von Negativzinsen bzw. einer Verwahrgebühr auf Einlagen würde aktiv im Hause der Volksbank geführt, gestand Köhler.
Es investierten zwar mehr Kunden in anderen Anlageklassen wie beispielsweise Wertpapiere und Investmentfonds, dennoch gebe es eine Vielzahl von Kunden, die leider weiterhin den größten Teil Ihres Geldvermögens in kurzfristigen, nicht verzinslichen Bankeinlagen hielten und damit einen Wertverlust in Kauf nehmen würden, betonte Krause.
Das betreute Kundenvolumen, einschließlich Kundenanlagen in Investmentfonds, Wertpapieren und Finanzierungen bei den Verbundinstituten, wie u.a. Bausparkasse Schwäbisch Hall, R+V Versicherung und Union-Investment, stieg um 55 Mio. Euro auf nunmehr 778 Mio. Euro.
Der Zinsüberschusses konnte auf 8,6 Mio. Euro leicht gesteigert werden, während der Provisionsüberschuss leicht auf 2,4 Mio. Euro sank, erläuterte Krause. Auf der Kostenseite gab es leider erneut nur wenig Entspannung. Wie Krause weiterhin erläuterte, zahlte die Volksbank im vergangenen Jahr ca. 250 Tsd. Euro für Bankenaufsicht und Bankenabgabe, hinzu kämen noch Personalkosten für die Erfüllung einer Vielzahl von Meldungen und Statistiken für die Aufsichtsbehörden.
Die steigende bürokratische Belastung infolge der Bankenregulierung sei weiterhin ein Ärgernis. Die Anzahl der Textseiten auf denen die europäische Bankenregulierung niedergeschrieben ist, sei von 6000 Seiten im Jahr 2013 auf nunmehr 34.000 Seiten angestiegen. Die laufenden Kosten für die IT ergäben jährlich knapp 620 Tsd. Euro. Hierbei seien Ersatzinvestitionen und Wartungskosten nicht eingerechnet.
Das Betriebsergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit konnte konstant auf dem Vorjahresniveau von 3,5 Mio. Euro gehalten werden, betonte Köhler. Die Bank zahlte knapp 700 Tsd Euro an Steuern, wovon ein Großteil in Form von Gewerbesteuern den Städten Butzbach und Münzenberg zu Gute kommen.
Aus diesem Ergebnis könne man die Reserven und damit das Eigenkapital stärken und den Mitgliedern eine attraktive Rendite in Form von Dividende und Bonuszahlungen auf die Geschäftsguthaben zahlen. Insgesamt werde man 280 Tsd. Euro an Dividende und Mitgliederbonus an die 8.186 Mitglieder auszahlen. Dabei erzielten mehr als die Hälfte der Mitglieder eine Rendite von über 6% auf ihre Geschäftsguthaben, so Krause weiter.
Beim sozialen und gesellschaftlichen Engagement ziehe man eine erfreuliche Bilanz. Erneut war die Volksbank im abgelaufenen Jahr in der Lage 47 Tsd. Euro an soziale, kulturelle und gemeinnützige Vereine und Institutionen spenden zu können.
Mit mehreren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist man seit Jahren auch in den Butzbacher Schulen mit einem Schulservice aktiv. Hier werden Unterrichtsthemen wie z.B. Markt und Wirtschaft, Basiswissen Bankgeschäft oder auch Bewerbertrainings vermittelt, erläuterte Köhler.
Die persönliche Beratung zu Themen wie Baufinanzierung, gewerbliche Finanzierungen sowie Geldanlagen und Altersvorsorge stehen weiterhin im Mittelpunkt der Tätigkeiten.