Volksbank Butzbach stellt Bilanz 2018 vor

Vorstand mit dem Geschäftsverlauf zufrieden

BUTZBACH (PA). Vor dem Hintergrund des aktuellen Marktumfeldes zeigte sich der Vorstand der Volksbank Butzbach bei der Präsentation der Bilanz des Jahres 2018 zufrieden. Die Volksbank habe im vergangenen Jahr ihren Wachstumskurs weiter fortgesetzt und ihre Kredite an Unternehmen und Privatpersonen in der Region gesteigert. In Zeiten von Niedrigzinsen, Regulatorik und politischen Unsicherheiten profitabel zu wirtschaften sei nicht einfach, betonten die Vorstandsmitglieder Thomas Köhler und Ralf Krause weiter.

Das Foto zeigt die beiden Vorstandsmitglieder der Volksbank Butzbach eG, Thomas Köhler und Ralf Krause, die kürzlich die Zahlen der Bilanz 2018 vorstellten.

„Es gab kaum solche Zeiten die stärker von politischen Ereignissen dominiert waren als heute“, sagte Köhler. „Ob Trump, der Streit zwischen Italien und der EU, Brexit sowie das absehbare politische Chaos in Großbritannien, Erdogan, Putin, Kim Jong-un, die Liste unberechenbarer Regierungen scheint endlos“, so Krause weiter.

Die Bilanzsumme stieg um 30 Mio. Euro (7,3 %) auf 409 Mio. Euro. Die Kundenkredite konnten um 5,3 Mio. Euro (2,4 %) auf 220 Mio. Euro gesteigert werden. Insgesamt konnten 32 Mio. Euro neue Kredite an Privat- und Firmenkunden vergeben werden.

Hierin spiegele sich sowohl die Investitionsfreude der heimischen Wirtschaft als auch das steigende Interesse der Bürgerinnen und Bürger an Wohneigentum wider. Zusätzlich zur eigenen Kreditvergabe wurden noch Darlehen in Höhe von insgesamt 12 Mio. Euro an Verbundunternehmen wie Hypothekenbanken und Bausparkasse Schwäbisch Hall sowie 6,6 Mio. Euro staatliche Förderkredite vermittelt.

Die Kundeneinlagen stiegen um 26 Mio. Euro (8,4 %) auf 311 Mio. Euro. Durch eine zunehmende Beratungsintensität investierten zwar mehr Kunden in anderen Anlageklassen wie beispielsweise Wertpapiere und Investmentfonds, dennoch gebe es eine Vielzahl von Kunden, die leider weiterhin den größten Teil Ihres Geldvermögens in kurzfristigen, nicht verzinslichen Bankeinlagen hielten und damit einen Wertverlust in Kauf nehmen würden.

Das betreute Kundenvolumen, einschließlich Kundenanlagen in Investmentfonds, Wertpapieren und Finanzierungen bei den Verbundinstituten, wie u.a. Bausparkasse Schwäbisch Hall, R+V Versicherung und Union-Investment, stieg um 38 Mio. Euro auf nunmehr 723 Mio. Euro.

Der Rückgang des Zinsüberschusses um 208 Tsd. Euro auf 8,2 Mio. Euro konnte dank des Einsatzes der Mitarbeiter durch eine Steigerung des Provisionsergebnisses um 156 Tsd. Euro auf 2,7 Mio. Euro zum Teil kompensiert werden, erläuterte Krause. Auf der Kostenseite gab es leider erneut nur wenig Entspannung.

Wie Köhler erläuterte, zahle die Volksbank jährlich ca. 170 Tsd. Euro für Bankenaufsicht und Bankenabgabe, hinzu kämen noch Personalkosten für die Erfüllung einer Vielzahl von Meldungen und Statistiken für die Aufsichtsbehörden. Die steigende bürokratische Belastung infolge der Bankenregulierung sei weiterhin ein Ärgernis. Die Meldepflichten und sonstigen Anforderungen haben auch 2018 weiter zugenommen.

Die laufenden Kosten für die IT ergäben jährlich knapp 600 Tsd. Euro. Hierbei seien Ersatzinvestitionen und Wartungskosten nicht eingerechnet. Trotzdem konnte die Bank die Verwaltungsaufwendungen um knapp 70 Tsd. Euro senken.

Das Betriebsergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit konnte konstant auf dem Vorjahresniveau von 3,5 Mio. Euro gehalten werden, betonte Köhler. Aus diesem Ergebnis könne man die Reserven und damit das Eigenkapital stärken und den Mitgliedern eine attraktive Rendite in Form von Dividende und Bonuszahlungen auf die Geschäftsguthaben zahlen.

Bei einem positiven Bewertungsergebnis aus dem Kreditgeschäft, musste man, aufgrund der Kursschwankungen an den Kapitalmärkten Ende letzten Jahres, Wertkorrekturen bei den Eigenanlagen hinnehmen, so Krause. Im Laufe des ersten Monats dieses Jahres hätten sich die Werte jedoch wieder deutlich erholt. Die Bank zahlte 1,2 Mio. Euro an Steuern, wovon ein Großteil in Form von Gewerbesteuern den Städten Butzbach und Münzenberg zu Gute kommen.

Insgesamt werde man 279 Tsd. Euro (30 Tsd. Euro mehr als im Vorjahr) an Dividende und Mitgliederbonus an die 8.133 Mitglieder auszahlen. Dabei erzielten mehr als die Hälfte der Mitglieder eine Rendite von über 6% auf ihre Geschäftsguthaben, so Krause weiter.
Bereits Ende vergangenen Jahres habe man die Mitgliedschaft attraktiver gestaltet. Nun können für einen befristeten Zeitraum bis zu 10 Geschäftsanteile gezeichnet werden, was gleichzeitig die Bonuszahlungen in vielen Fällen erhöhen wird, bemerkte Köhler weiter.
In Sachen soziales und gesellschaftliches Engagement ziehe man eine erfreuliche Bilanz. Durch eine deutliche Steigerung des Absatzes beim VR-Gewinnsparen Ende des Jahres 2017 war die Volksbank im abgelaufenen Jahr in der Lage 40 Tsd. Euro an soziale, kulturelle und gemeinnützige Vereine und Institutionen spenden zu können.

Mit mehreren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist man seit Jahren auch in den Butzbacher Schulen mit einem Schulservice aktiv. Hier werden Unterrichtsthemen wie z.B. Markt und Wirtschaft, Basiswissen Bankgeschäft oder auch Bewerbertrainings vermittelt, erläuterte Köhler.

Die persönliche Beratung zu Themen wie Baufinanzierung, gewerbliche Finanzierungen sowie Geldanlagen und Altersvorsorge stehen weiterhin im Mittelpunkt der Tätigkeiten. Politische Unsicherheiten, eine herausfordernde Geldpolitik, eine sich langsam abzeichnende konjunkturelle Abkühlung sowie zunehmende regulatorische Verwirrungen erschwerten aber die Rahmenbedingungen für eine gute Kundenberatung.

Vor allem Vorschriften zur Beratungsdokumentation sorgen bei Kunden und Mitarbeitern für Unverständnis. Der Aufwand habe sich erhöht, ohne dass es einen erkennbaren Mehrwert in Sachen Verbraucherschutz und Transparenz gebe.

Der Anteil der Kunden die verschiedenen Möglichkeiten des Tagesgeschäftes online, per App oder per Telefon weitgehend selbständig rund ums eigene Konto managen steige nach wie vor. Die im vergangenen Jahr verstärkte Initiative zur Digitalisierung führte dazu, dass immer mehr Kunden die von der Bank angebotenen elektronischen Dienstleistungen nutzen, bekräftigte Krause. Mit einer im gesamten genossenschaftlichen Verbund initiierten Digitalisierungsoffensive sollen alle Vertriebskanäle noch enger verzahnt angeboten und um weitere Möglichkeiten ergänzt werden.

Neben den drei regionalen Mitglieder-Ortsversammlungen in Gambach, Pohl- / Kirch-Göns sowie Nieder-Weisel finde am 2. April 2018 wieder eine zentrale Mitgliederversammlung im Bürgerhaus Butzbach statt. Als Gastredner konnte man in diesem Jahr Herrn Wolfgang Bosbach, Mitglied des deutschen Bundestages und ehemaliger stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion gewinnen. Er wird zum Thema „2019 – Deutschland und Europa im Stresstest“ referieren.

Mit der VR-Event-Night im Mai bietet die Volksbank in diesem Jahr erneut für junge Mitglieder und Kunden, die noch Mitglied werden wollen, eine Veranstaltung die aus Unterhaltung und Information besteht. Ein Höhepunkt wird der Auftritt der Band „Twenty Green“ sein.
Der Neubau eines Zwei-Familien-Wohnhauses in Münzenberg wurde Mitte letzten Jahres fertiggestellt. Das Gebäude ist längerfristig vermietet. Mit dem Bauvorhaben auf dem alten Postgelände in der Weiseler Straße (die Butzbacher Zeitung berichtete) konnte Ende vergangenen Jahres begonnen werden. Derzeit werden die Bodenplatten der Tiefgarage gegossen.

Hier werden insgesamt 38 Wohnungen sowie ca. 1000 qm Büroflächen in drei Gebäuden errichtet. Einen Teil der Büroflächen wird die Bank selbst nutzen, der Rest soll als Büroräume vermietet werden. Die Wohnungen, in Größen von 57 qm bis 140 qm, sollen ebenfalls vermietet werden. Es gibt bereits eine Menge Interessenten. Mit dem Abschluss des Bauvorhabens rechne man Ende des dritten Quartals oder Anfang des vierten Quartals 2020, erklärte Krause.

Mit ca. 18.000 Kunden, davon 8.133 Mitglieder sowie 84 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern blicke die Volksbank vorsichtig optimistisch in die Zukunft, auch wenn wegen der geschilderten Schwierigkeiten im Zinsgeschäft und der hohen Kosten für die Regulierung das Ergebnis zurückgehen dürfte.

Bei der Zinsentwicklung sei noch keine Trendwende und kein Ende der Niedrigzinspolitik erkennbar. Allenfalls sei eine leichte und moderate Entspannung denkbar. Für das laufende Jahr rechnet Köhler mit weiter anhaltendem Druck auf das Zinsergebnis, da mit Zinserhöhungen erst 2020 zu rechnen sei. Überhaupt seien die Rahmenbedingungen so anspruchsvoll wie lange nicht mehr.

„Wir haben eine gute Grundkonstitution, einen klaren Blick nach vorne und ein tragfähiges Geschäftsmodell“, betonte der Vorstand abschließend. Man sei gut gerüstet für die Anforderungen des Gesetzgebers und die genannten Herausforderungen des Marktes im Zeitalter der Digitalisierung.

Den Geschäftserfolg der Volksbank Butzbach fasst Köhler kurz und bündig zusammen: „Finanziert wird, was man versteht, beraten wird, was die Kunden wollen und brauchen. Langfristig, regional und solide.“ Für spezielle Fragen und Angebote hat die Bank Lösungen über ihre Verbundpartner im genossenschaftlichen Finanzverbund. Ob Bausparkasse Schwäbisch Hall, R+V Versicherung oder Union-Investmentgesellschaft. Alles Spitzenunternehmen in ihrem jeweiligen Segment.