50 Jahre Mitgliedschaft bei der Volksbank

Volksbank informiert Anteilseigner über Entwicklung

BUTZBACH (PA). In der Vertreterversammlung der Volksbank Butzbach im Bürgerhaus Butzbach bekamen die Mitglieder von Vorstandsmitglied Thomas Köhler einen allgemeinen Überblick über die gesamtwirtschaftliche Situation sowie über die Entwicklung der ortsansässigen Volksbank im vergangenen Jahr verbunden mit einem Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr. Auf dem Programm standen neben Wahlen zum Aufsichtsrat auch die Ehrungen langjähriger Mitglieder.

Aufsichtsratsvorsitzender Jürgen Fuchs führte durch die Tagesordnung. Er konnte unter den zahlreichen Gästen den 1. Stadtrat Manfred Schütz, die Vertreter der DZ-BANK, benachbarter Volks- und Raiffeisenbanken und der Verbundpartner Bausparkasse Schwäbisch Hall, R+V-Versicherung und der Münchner Hypothekenbank begrüßen. In seinem Vorstandsbericht sprach Vorstandssprecher Thomas Köhler sowohl über das schwierige gesamtpolitische Umfeld als auch über die Entwicklung der Volksbank Butzbach im abgelaufenen Geschäftsjahr 2016.

Entwicklung allgemein

„Das Jahr 2017 hat mit internationalen Paukenschlägen begonnen“ so Thomas Köhler zu Beginn seines Berichtes. Mit der Entscheidung für einen sogenannten „harten“ Brexit wolle sich Großbritannien nach Jahren der Kooperation entschieden von der EU abwenden. Und auch im transatlantischen Verhältnis, so Köhler weiter, stehe nach dem Amtsantritt von Präsident Donald Trump Veränderungen und Unsicherheit durch die Politik des „America first“ bevor. Noch sei nur in Ansätzen abzusehen, was dies für die internationale Finanzmarktregulierung bedeute. Nach den Überraschungen bei den Landtagswahlen und den Wahlen in den Niederlanden und in Frankreich werde es schließlich noch die Bundestagswahl bei uns geben. In vielen Ländern habe sich das politische Spektrum in den letzten Jahren deutlich gewandelt.

Zinspolitik

Die EZB hat im vergangenen Jahr ihre extreme Geldpolitik weiter ausgebaut, der Leitzins bleibt bei Null. Aufgrund der Zinsersparnis für Bund und Länder sei auch von einer Fortführung der Niedrigzinspolitik auszugehen. Leider haben sich viele Kunden mit dem niedrigen Zinsniveau abgefunden und parken ihr Erspartes in vielen Fällen auf unverzinslichen Tagesgeldkonten. Nach einer Studie hätten Deutsche Bankkunden in den vergangenen vier Jahren bis zu 200 Milliarden Euro mehr an Vermögen ansammeln können, die Gesamtrendite hätte sich dabei um ein Prozent erhöht. Hierzu hätte es genügt, den Anteil der aktuell nahezu unverzinslichen Tagesgeldanlagen von 40 auf 30 Prozent zu senken und in alternative Anlageformen zu investieren. Auch unter diesem Gesichtspunkt möchte die Volksbank Butzbach mit ihrer genossenschaftlichen Beratung die Ziele und Wünsche ihrer Kunden noch mehr in den Fokus einer ganzheitlichen Beratung stellen. Deshalb hat die Volksbank ihre Beratungsphilosophie unter dem Thema "Beratungsqualität" seit zwei neu strukturiert. Die Volksbank selbst zahle seit letztem Jahr auf den bei der Bundesbank und der Zentralbank unterhaltenen Guthaben Negativ-Zinsen. Eine Weitergabe der Negativ-Zinsen an Kunden sei derzeit nicht geplant. Die Volksbank möchte ihre Kunden nicht mit Minus-Zinsen bestrafen, aber mit einer Kontoführungsgebühr auf
Tagesgeldkonten vielleicht einen Anstoß geben, sich beraten zu lassen. Die Kundenberater stehen für persönliche Termine zur Verfügung.

Digitalisierung

Das Thema Digitalisierung ist in aller Munde und mache auch vor der Bankenbranche nicht halt. Ob Kontoführung oder Zahlungsverkehr, vieles werde bereits heute von den Kunden sehr stark im Online Banking genutzt. Aber auch die Nutzung im Mobilebanking, also Bankdienstleistungen immer und überall mittels Smartphone oder Tablet-PC steige stetig. Die am häufigsten besuchte Geschäftsstelle der Volksbank sei die Homepage im Internet. Zukünftig werde den Kunden ein Omnikanalangebot zur Verfügung gestellt. Der Kunde entscheide damit, welchen Zugangsweg er zur Bank nutzt, Internet, persönlich oder per Telefon. Alle Zugangswege werden miteinander vernetzt.

Alternative Ertragsquellen

Auch die Bank dürfe sich nicht der Entwicklung der aktuell schwierigen Zinslandschaft verschließen und müsse im Hinblick auf den Rückgang der ordentlichen Erträge aus dem Zinsgeschäft alternativen Ertragsquellen zuwenden. So habe die Bank Ende vergangenen Jahres das Nachbargrundstück der Hauptstelle in Butzbach, besser bekannt unter dem Begriff altes Postgelände, Weiseler Straße 50, erworben. Hier sollen nach einem Abriss des bestehenden Gebäudes drei Gebäude mit 37 Mietwohnungen sowie Gewerbeflächen für Praxen und Büros entstehen. Die Bank möchte zur Stabilisierung der Erträge Mieteinnahmen erzielen, ein Verkauf ist nicht vorgesehen. Der gesamte Komplex wird mit einer Tiefgarage versehen sein, um genügend Parkfläche für die Mieter zu schaffen. Die derzeitigen Verzögerungen beim Abriss des alten Gebäudes begründen sich mit Verhandlungen mit Hessen mobil. Der Verteilerkasten für die Ampelanlage an der Kreuzung steht unmittelbar auf dem alten Postgelände. Eine Verlegung und Installation einer neuen Ampelanlage muss durch Hessen mobil erfolgen und führt zu zeitlichen Verzögerungen. Der vorhabensbezogene Bebauungsplan für eine Bebauung auf dem Gelände der ehemaligen Zweigstelle der Bank in Münzenberg mit einem Drei-Familien-Wohnhaus wurde durch das Stadtparlament Münzenberg abgelehnt. Wie in der Presse zu lesen war, nehme man es der Bank übel, dass die Geschäftsstelle in Münzenberg geschlossen wurde. „Im Interesse der Gesamtbank sei es jedoch notwendig gewesen, eine unwirtschaftlich gewordene Zweigstelle zur Stabilisierung des Bestandes der Gesamtbank zu schließen“. Die Volksbank sei jedoch in Gambach als einzige Bank noch mit einer ganztägig geöffneten Geschäftsstelle vertreten, unterstütze die Vereine finanziell und als Gewerbesteuerzahler auch die Stadt Münzenberg. Dementsprechend sei die Bank natürlich über die Entscheidung des Stadtparlamentes enttäuscht.

Zweigstellen

Im Hinblick auf die Kostenseite der Bank in Verbindung mit den Einbrüchen in die Zweigstellen in Hoch-Weisel und der Mozartstraße wurde die Schließung der beiden Geschäftsstellen beschlossen. Neben der Regulierung der Schäden führten Aufwendungen für die alarm- und sicherheitstechnische Aufrüstung zu enormen Kosten, die im Gegensatz zu der nachlassenden Frequentierung der Geschäftsstellen stünden. Die Kunden wurden hierüber bereits informiert. „Bei weiterhin niedrigem Zinsniveau sowie deutlichen Rückgängen der Zinsspanne, stehen die Kosten weiterhin auf dem Prüfstand und alternative Ertagsquellen sind notwendig“, so Köhler weiter.

Ehrungen

Im Rahmen der Vertreterversammlung der Volksbank Butzbach konnten auch wieder Mitglieder für eine 50-jährige Mitgliedschaft von den Vorstandsmitgliedern Thomas Köhler und Ralf Krause geehrt werden. In diesem waren es insgesamt 35 Mitglieder mit einer 50-jährigen Zugehörigkeit zur Bank. Bereits auf den Ortsversammlungen konnten 25 Mitglieder geehrt werden, an diesem Abend wurden zehn Mitglieder geehrt. Neben einer Urkunde erhielten die langjährigen Kunden eine Ehrennadel sowie ein kleines Präsent. Zu den Jubilaren gehörten: Kurt Abram, Karlheinz Bender, Karl Franke, Heinz Gatz, Volker Gerlach, Erwin Keller, Hermann Lerch, Dorothea Maurer, Ilse Seipp und Dr. Ruth Veit.

Die Volksbank Butzbach in Zahlen zum Ablauf des Bilanzjahres 2016.

Neben der Steigerung der Bilanzsumme um 37 Mio. Euro bzw. 11% auf 367 Mio. Euro und des gesamten Kundenvolumens also inklusive Finanzierungen und Geldanlagen bei den Verbundunternehmen -wie u.a. Bausparkasse Schwäbisch Hall, R+V Versicherung und Union Investment- um 43 Mio. Euro auf inzwischen 652 Mio. Euro konnte Köhler über die erfreuliche Steigerung der Einlagen und Kredite berichten. Die Kredite an Firmen- und Privatkunden konnten um 9,7% auf 200 Mio. Euro, die Kundeneinlagen um 6,9% auf 283 Mio. Euro gesteigert werden. Die Leistungsbilanz der Volksbank Butzbach sei auch nicht zu verachten. Die heimische Volksbank stelle der Region insgesamt 5,7 Mio. Euro an Kaufkraft mit Ertragssteuern in Höhe von TEUR 874, Gehaltszahlungen, Aufträge an die heimischen Handwerker sowie Spenden für soziale, sportliche und kulturelle Einrichtungen zur Verfügung. Zum Jahresende beschäftigte die ortsansässige Volksbank 84 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter fünf Auszubildende. Zum 31.12.2016 hatte die Volksbank Butzbach rund 8.200 Mitglieder. Nach Zustimmung der Vertreterversammlung zur Gewinnverwendung werden in diesem Jahr Bonuszahlungen und Dividende in Höhe von insgesamt 247 Tsd. Euro ausgezahlt. Mehr als die Hälfte der Mitglieder erhält somit eine Rendite auf die Geschäftsguthaben von über 6 %, viele sogar bis zu 12%.

Im Rahmen der Vertreterversammlung der Volksbank Butzbach konnten auch wieder Mitglieder für eine 50- jährige Mitgliedschaft von den Vorstandsmitgliedern Thomas Köhler (rechts) und Ralf Krause (2.v.l.) sowie dem Aufsichtsratsvorsitzenden Jürgen Fuchs (links) geehrt werden. Neben einer Urkunde erhielten die langjährigen Kunden eine Ehrennadel sowie ein kleines Präsent. Zu den Jubilaren gehörten (v.l.n.r.): Dorothea Maurer, Heinz Gatz, Hermann Lerch und Kurt Abram.
Bei den Wahlen zum Aufsichtsrat der Volksbank Butzbach wurden Siegfried Menk (4.v.l.), Paul Sonntag (5.v.l.) und Andreas Burgard (nicht auf dem Bild) von der Vertreterversammlung in ihren Ämtern mit der Wiederwahl bestätigt. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats Jürgen Fuchs (2.v.l.) sowie die stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Patricia Ludwig (3.v.l.) und die beiden Vorstandsmitglieder Ralf Krause (links) und Thomas Köhler (rechts) gratulierten den Aufsichtsratsmitgliedern zur Wiederwahl.